Vom Easterhegg 2005 [25. - 28.03.2005]

Inhalt

Einführung

Auf die Bitten von einigen Leuten hin, hab ich mir gedacht, dass ich hier mal einen ausführlichen Bericht über den Easterhegg 2005 [1] des Chaos Computer Clubs [2] verfasse [vom 25. - 28.03.2005 im Eidelstedter Bürgerhaus, Hamburg] um die Geschehnisse für mich, und alle, die es interessiert festzuhalten. Generell lässt sich sagen, dass alles prima organisiert war und gut gelaufen ist. Es waren gut 200 Leute da und dennoch gab es keine Pannen, es gab für alle genug zu essen und zu trinken - und das durchgehend, soviel man Hunger hat [die sogenannte Essens-Flatrate]. Alle Räume, die uns zur verfügung standen, wurden außerdem mit Switches versorgt, in denen man sein Notebook direkt anschließen konnte, oder aber einen Accsesspoint für Wireless Lan, so das man in allen Räumen auch immer Internetanschluss hatte [Wichtig: Wer in Zukunft plant, auf ein Easterhegg zu gehen und ein Notebook hat, sollte es unbedingt mitnehmen, wer keins hat, sollte schnellstmöglich dafür sorgen, dass er eins bekommt - ohne Notebook ist man ziemlich verloren dort. Es geht natürlich auch ohne - aber mit ist wirklich schöner]. Und auch wenn vieles dann doch nicht so geklappt hat, wie erwartet - das Team ist cool auf und mit sowas umgegangen und hat weiterhin spontan alles Mögliche neu geplant [also Workshops verschoben, Neue hinzugefügt, etc]. Alles in allem ist alles trotz des Chaos prima gelaufen - oder gerade deswegen? ;-)

Naja, dann möchte ich mal auf die einzelnen Tage und die Workshops eingehen, die ich besucht hab:

Programm

Freitag, 25.03.2005

Eröffnung [12:00-14:00 Uhr]

Als erstes gab es eine Eröffnungsveranstalltung, bei der sich die für die Organisation Hauptverantwortlichen vorstellten, uns willkommen hießen und ein paar Worte sagten, danach gab es eine kleine Pause, man konnte in die Küche, was essen und andere Leute kennenlernen. Neben der Küche wurde noch ein zweiter Raum mehr oder weniger als Gemeinschaftsraum genutzt - hier quartierten die Leute sich mit ihren Notebooks ein.

Die Hackerethik in der Postmoderne [14:00~19:00 Uhr]

Als erstes kam eine besonders gestellter Vortrag von Lars Weiler [3] mit dem Thema "Die Hackerethik in der Postmoderne" - besonders gestellt, weil dafür gesorgt wurde, dass kein anderer Vortrag/Workshop paralell lief, damit möglichst alle daran teilnehmen. Es ging um ein Thema, das im CCC aber auch in anderen Kreisen schon öfters Diskutiert wurde - nämlich darüber, ob die Hackerethik noch stimmt und tragbar ist oder ob sie neu geschrieben werden müsse da sie nicht mehr Zeitgemäß sei und sich Hacker damit nicht mehr identifizieren könnten. Dies sollte dann auch Ergebniss des Workshops werden.

Ausgangspunkt waren die Forderungen, die Steve Levey [4] in den 70ger Jahren aufgestellt hatte, so wie die zwei Punkte, die der CCC in den 80gern diesen Punkten hinzufügte [5]. Weiterhin bildete die Grundlage eine Diskusion, die Lars Weiler bei einer Versammlung des CCCs geführt hatte. Während wir im Gespräch überprüften, welche Punkte schon erfüllt sind, welche so nicht mehr tragbar sind und wie sie verbessert werden könnten, stellte sich heraus dass die Punkte von Steven Levy einerseits sehr neutral und zeitlos geschrieben sind, andererseits die Übersetzung ins Deutsche die Tiefe der Bedeutung völlig abändert [die englische Version ist ebenfalls auf den Seiten des CCC zu finden [6]]. Man schlage nur mal die vielen Bedeutungen für "authority" nach [7]. Weiterhin zeigte sich, dass jede Änderung zwangsläufig eine Bedeutungerklärung bedarf, denn egal wie man es dreht und wendet, einzelne Worte reichen nicht aus, um all das Auszudrücken, was man mit den kurzen knappen Sätzen ausdrücken möchte. Außerdem läuft man immerzu Gefahr, dass man etwas tut, was Steven Levy damals so gut zu verhindern gelang - nämlich werten. So kamen wir zu dem Ergebniss, dass die Hackerethik so wie sie ist, eigentlich stehn bleiben kann, man für diese aber dringend noch weitere Erläuterungen braucht [z.B. eine Definition von authority, oder welche Daten privat und damit Schützenswert sind und welche Daten öffentlich und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten, etc].

Damit blieb dann aber noch immer ein Problem - damals resultierten aus der Hackerethik auch Ziele, auf die sich der CCC zubewegen konnte. Heutzutage sind diese Ziele erfüllt und der CCC dümpelt ein wenig ziellos umher. Daher fingen wir dann an, zukünftige Ziele zu diskutieren und auszuarbeiten. Ein wichtiger Punkt, der in diesem Zusammenhang lange Diskutiert wurde, war hierbei die Vorderung frühzeitiger Medienkompetenz, was heutzutage ja immer wichtiger wird und gerade in den Schule frühzeitig angegangen werden sollte. Es gab noch einige andere Ziele - all diese hat Lars Weiler sich notiert, und nun wird es im Internen wohl weiter Disktuiert werden bevor es dann in irgend einer weise veröffentlicht wird.

Projekt P [19:00-22:00 Uhr]

Eigentlich wollte ich nach dem "Die Hackerethik in der Postmoderne"-Workshop [der Ursprünglich auch nur bis 17 Uhr gehen sollte] den Workshop "Verschlüsselte (Root-)Dateisystemen" gehen, nur leider fiel dieser Workshop aus. Die Organisation hat dann schnell reagiert, und einen ganz neuen Vortrag "Open Source Hardware" statt dessen gestartet - aber da mich das Thema nicht sonderlich interessiert, und ich außrdem die Hackerethik-Diskusion sehr viel spannender fand, blieb ich dort. Nun hatte ich eine Stunde Zeit, bis der nächste Workshop auf meinem Plan stattfand, und daher guckte ich in "Projekt P" rein. Hier ging es darum, das mehrere Institutionen ein "Event" Planen, bei denen Jugendlichen Politk näher gebracht werden sollen, das "Projekt P" [8].

Auch der CCC ist bei dieser Veranstalltung vertreten, und es steht ihm frei, wie er sich einbringen will [hauptsache es ist mit der Gesellschaft, bzw. der Politik verknüpft]. Bei diesem Workshop wurden Ideen gesammelt, die man für die Kinder auf dem Projekt P verwirklichen könnte. Wie gesagt, ich bin nur eine Stunde dort gewesen und weiß nicht, worauf sich hinterher geeinigt wurde. Vorschläge die gesammelt wurden, bezogen sich auf Themen, die jugendliche interesseren könnten, aber die auch im interesse des CCCs sind, wie z.B. Aufklärung über Jamba, zed, Biometrie, Opensource-Alternativen zu den Microsoft-Produkten [und warum Opensource besser ist], etc.

Unix History [20:00-22:00 Uhr]

Hier ging es, wie man sicherlich nicht anders vermutet, um die Geschichte von Unix, und hierbei vor allem um die Anfänge wie es dazu kam, dass Ken Thompson [9] und Dennis Ritchie [10] Unix und C erschufen, unter welchen Konditionen dies damals geschah, auf welchen Rechnern und was die Probleme waren, die diese Rechner hatten, in welcher Reihnfolge die einzelnen Komponenten entstanden und warum, und mit welchen Tricks Thomson und Ritchie es geschaft haben, mehr finanzielle Unterstützung von ihrer Firma zu bekommen, als diese zu geben bereit war. Weiter ging es dann, wie es zu den vielen forks und damit verbunden neuen Versionen kam. Außerdem war ein ganzer Bereich BSD gewidmet. Das Folienmaterial, das der Referent Bernd Wachter [11] für seinen Vortrag hergestellt hat, hat er online [im PDF-Format] zur Verfügung gestellt [12].

Als besonderes "Extra" brachte Bernd Wachter eine Sun IPC mit dem dazugehörigen SunOS mit, dass in dem Easterhegg Netzwerk angeschlossen wurde und damit allen zur verfügung stand.

Samstag, 26.03.2005

Rootkits - Wenn die Kids zugeschlagen haben [11:00 - 14:00 Uhr]

An dem Tag befand ich mich in einem ziemlichen Disaster, da es zwei Workshops zur selben Zeit gab, die ich unbedingt besuchen wollte. Mein Plan für den Tag wäre sonst perfekt gewesen, aber leider lag dieser Workshop ursprünglich mit dem "Z-Shell - Die Supershell" paralell. Anscheinend gab es noch mehr Leute außer mich, die dies nicht so toll fanden, daher wurde der Workshop "Z-Shell - Die Supershell" auf Nachmittags verschoben. So versammelten alle sich in dem Raum in dem wir dann eine Stunde sehen konnte, wie der Referent und mehrere Gehilfen versuchten, den Beamer einzurichten, was aber leider nicht gelang, weswegen der Workshop dann auch leider ausfiel.

Verschlüsselte (Root-)Dateisysteme [14:00 - 17:00 Uhr]

In diesem Workshop ging es darum, wie man sein System möglichst sicher verschlüsselt, so das keine eigenen Daten gelesen werden können. Gearbeitet wurde hierbei mit dem Kernel 2.6 und der CryptoAPI, die dieser zur verfügung stellt, sowie mit Loopback-Devices. Da das Verschlüsseln an für sich nicht sonderlich schwer ist und die theoretischen Grundlagen schnell erklärt waren, ging es dann darum, wie schnell das ver- und entschlüsseln ist. Außerdem wurde erklärt, warum es nicht reicht, nur sein Homeverzeichnis zu verschlüsseln, und warum man dann gleich sein gesammtes Rootfilesystem verschlüsseln kann. Ergebniss des Workshops war es, dass man sein System am sichersten verschlüsselt hat, wenn man sein gesammtes Bootverzeichniss auf einen USB-Stick auslagert, um somit eine noch größere Sicherheit zu erlangen. Forensiker hätten dann nicht den Kernel als ansatz, auf dem sie aufbauen könnten, sondern haben über die Festplatte, auf der sie nur Rauschen vorfinden, erstmal absolut keine Informationen vorliegen. Es wurde danach dann darüber diskutiert, was man noch machen könnte, wie man USB Sticks verschlüsselt, über rechtliche Sachen, etc. Ich hab den Workshop auch nur eine Stunde verfolgt, weil hiernach ein anderer kam, den ich gerne mitkriegen wollte.

Z-Shell Die Supershell [15:00 - 18:00 Uhr]

Dieser Workshop wurde von zweien mir aus der HHLUG [13] bekannten Leuten geführt, nämlich Matthias Kopfermann [14] und Julius Plenz [15]. Und ich muss sagen, die beiden haben echt einen schönen Vortrag gehalten, der sehr dynamisch und witzig war, und dem man auch sehr gut folgen konnte, wenn man kein Notebook dabei hatte. Während Matthias Kopfermann auf die Geschichte und Entwicklung einging sowie vergleiche zwischen den verschiedenen Shells aufstellte, zeigte Julius verschiedene Tricks und Spielerein, die die Z-Shell ermöglicht. Insgesammt war der Vortrag sehr offen, und frei gestalltet [soll heißen, es gab keine Struktur, die abgearbeitet wurde], was dank des fundiertem Hintergrundwissen der beiden auch garnicht nötig war. Insgesammt war alles sehr offen gestalltet, und nach den Bedürfnissen der Zuhörer ausgelegt. Und vor allem waren sie auch sehr überzeugend, was ja auch eine wichtige Sache ist, wenn man einen Vortrag hält. Ich habe mir die Z-Shell nach diesem Vortrag auch installiert, und werde mich in nächster Zeit auch näher mit ihr befassen. Auch diesen Vortrag hab ich dann allerdings frühzeitig Verlassen um mir noch den nächsten an zu schauen.

Biometrie [17:00 - 20:00 Uhr]

Dieses war meiner Meinung nach der beste und interessanteste Workshop auf dem Easterhegg. Mag natürlich auch daran liegen, dass ich seit der Debatte mit den biometrischen Daten in Ausweisen ein besonderes Interesse für dieses Thema entwickelt hab. Angefangen hat der Workshop mit einem Vortrag vom Referenten Jan Krissler [16]. Hier ging es darum, welche Voraussetzungen ein biometrisches Merkmal erfüllen muss, damit es zur Identifizierung auf Ausweisen, oder Ähnlichem benutzt werden kann, welche Merkmale wir davon haben, und welche Techniken zur Zeit verwendet werden um diese Merkmale aufzunehmen. Auch wurde darauf eingegangen, wie fehleranfällig die Merkmale sind und natürlich [und das war dann auch Thema des Workshops] wie sicher diese Verfahren zur Zeit sind, welche Sicherungsmethoden teilweise schon implementiert sind, und wie man die heute gängigen biometrischen Scanner [die ja auch in nächster Zeit eingesetz werden sollen!] mit einfachsten Mitteln täuschen und überwinden kann. Auch ging der Jan Krissler kurz auf die gesellschaftlichen Probleme ein, die solche Verfahren mit sich bringen, das aber nur am Rande, da es ja auch nicht Thema war.

Im zweiten Teil des Workshops ging dann der praktische Teil los. Als jemand, der sich schon länger mit dem Thema befasst, hatte Jan krissler natürlich auch etliche biometrischen Scanner, die wir angeschlossen und benutzt hatten, und an denen wir uns dann überzeugen konnte, wie einfach es doch ist, die Scanner zu überlisten. Zu den Scannern gehörten 3 Verschiedene Fingerabdruckscanner [mit kapazitivem, thermischem und optirschem Sensor], ein Irisscanner und eine Kamera zur Gesichtserkennung jeweils samt zugehöriger Software.

Auf den Fingerabdruckscannern führten wir dann Attacken mittels Reaktivierung von Latenzbildern [übers anhauchen der Scanner beim Vorhandensein eines Abdruckes], mithilfe von Fingerabdrücken, die von Gegenständen, wie einer Flasche mit Graphit sichtbar gemacht wurden und dann auf klebende Folie übertragen wurden, sowie mit einer Fingerabdruckatrappe, die mit einfachsten mitteln hergestellt wurde [die benötigten Mittel sind Sekundenkleber, Scanner, Foliendrucker und Exponential Holzleim - eine Anleitung zur Herstellung einer Fingerabdrucksatrappe gibt dieses Video [17]]. Mit dem thermischen Scanner konnten wir leider nicht arbeiten, da die Silikonattrappe leider nichts geworden ist.

Den Irisscanner [einen optischen Scanner] haben wir damit überlistet, dass wir uns mittels einer weißen Kerze, einer Kontaktlinse mit Irismuster [für Leute, die keine Iris haben] und einem Stück schwarzer Knete eine "Augenatrappe" gebastelt haben, welche der Scanner nach einer weile dann auch angenommen hat. Das Positionieren erwies sich als lästig, da man, wenn man durch die Kamera guckt, einen Lichtpunkt sehen muss, damit das Auge in der richtigen Position ist - aber wenn man ein bischen Gedult hat, hat man mit der Kerze dann auch irgendwann die Richtige position raus.

Die Gesichtserkennungssoftware haben wir mit einer einfachen und billigen schwarzweiß Fotokopie eines Fotos getäuscht. Möglich wäre es auch gewesen, der Kamera ein Video vorzuspielen [wenn denn ein Sicherheitsmechanismus eingebaut gewesen wäre, der verlangt, dass man sich bewegt, wäre ein Video auch die einzige Möglichkeit gewesen].

Alles in allem ein wirklich interessanter Vortrag - gerade da ich mich im Bezug auf Biometrie immer nur auf die gesellschaftlichen und politischen Aspekte konzentriert hab, und das technische ganz ausenvor gelassen hab. Daher an dieser Stelle noch mal einen großen Dank an den Referenten - war ein klasse Workshop!

Das Ergebniss war andererseits mehr als erschreckend, da der technische Stand, wie er jetzt ist in meinen Augen mehr unsicherheit als sicherheit mit sich bringt [wobei ich die Frage, inwiefern ein Dauemnabdruck mehr sicherheit birngen kann, an dieser Stelle ausenvor lassen möchte]. Das fälschen von Identitäten wird um einiges einfacher werden, und ein jeder sollte sich Gedanken darüber machen, wie leichtsinnig er zur Zeit mit seinen biometrischen Daten umgeht. Jedes Foto/Video von einem, sowie alles, was man angefasst hat, kann verwendet werden um dessen Identität anzunehmen - also wer von euch ist weder auf einem Klassenfoto vorhanden, hat keine Fotos von sich im Internet, oder putzt alle glatten Gegenstände ab, die er anfässt?

CCC Regiotreff [19:00 - 22:00 Uhr]

An dem Tag fand dann noch der Regiotreff statt - da ich nicht genau wusste, was man sich darunter vorstellen sollte, guckte ich auch dort mal rein - ging dann aber nur um Organisatorisches unter den verschiedenen Erfas und Regiotreffs, was dann als außendstehendes Nichtmitglied relativ langweilig war, daher bin ich da dann auch nach 20 Minuten wieder raus gegangen.

Sonntag, 27.03.2005

Presseworkshop [14:00 - 18:00 Uhr]

Eigentlich sollte paralell zu diesem Workshop der Vortrag "Prozessor Design" laufen, welcher dann leider ausfallen musste. Daher hab ich mir zur überbrückung den Anfang vom Presseworkshop angeschaut. War auch relativ interessant [interessanter als ich gedacht hab]. Geführt wurde er von den Pressesprechern des CCC die ein wenig von ihrer Arbeit gesprochen haben. Danach wurden dann auf die Fragen der Workshopteilnehmer eingegangen ["Wie geht man damit um, wenn Reporter etwas schreiben, was man so nicht gesagt hat", etc.]. Auch wenn ich damit zur Zeit absolut garnichts zu tun hab, war es doch sehr interessant zu hören, was für Tricks die Pressesprecher sich aus ihren langjährigen Erfahrungen angeignet haben.

IPv6 [15:00 - 19:00 Uhr]

Dieser Workshop von Bernd Wachter befasste sich, wer wird es glauben, mit IPv6. Dabei gab es zuerst eine kleine Übersicht - was ist IPv4, was ist IPv6, warum es das gibt, was damit möglich ist, etc. Weiterhin ging Bernd Wachter darauf ein, was man alles braucht um IPv6 auf seinem Linuxrechner zu implementieren [also welche Kernelmodule benötigt werden, etc.]. Natürlich wurde auch darauf eingegangen, wie IPv6 Adressen aufgebaut werden, wie die Schreibweise ist, wie diese abgeküzt wird, etc. Und ein großer Teil ging auch um Probleme, die IPv6 noch verursacht - hier gerade in Bezug auf DNS. Dann konnte, wer wollte, seinem Laptop in ein IPv6 Netzwerk anstöpseln um zu sehen, wie sich IPv6 "anfühlt. Außerdem gab es noch Zeit für Fragen, und es wurden ISPs genannt, die IPv6 anbieten.

Gentoo - catalyst [18:00 - 21:00 Uhr]

Catalyst [18] ist ein Tool unter Gentoo mit dem man sich LiveCDs erstellen kann. Da ich nicht so auf dem LiveCD-Hype bin, hab ich mir eigentlich nicht sonderlich viel vom Workshop erhofft, er war dann aber doch sehr viel interesanter, als ich vermutet hatte. Gehalten wurde er nämlich von Lars Weiler, der unter anderem auch ein Entwickler bei Gentoo ist [19], und die Installations-CD [und damit ja auch LiveCD] von Gentoo 2005.1 für die PowerPC Architektur erstellt hat. Von daher konnte er uns sehr schön zeigen, wie man mit catalyst eine LiveCD baut, wie man die verschiedenen Stages baut und vor allem auch die Funktionsweise von catalyst erläutern, sowie uns Tipps geben und uns auf die kleinen Tücken aufmerksam machen, die das Programm hat. Auch wenn ich mir wahrscheinlich nie eine LiveCD zusammenschustern werde, war es ein sehr interessanter Vortrag, der mir sehr gut gefallen hat da man mal "hinter die Kullissen" von so einer LiveCD sehen konnte. Und Lars Weiler war als Referent für dieses Thema einfach perfekt.

Montag, 28.03.2005

SPL und WebSPL - Yet another programming paradigm [11:00 - 14:00 Uhr]

Dieser Vortrag wurde von Wolf Clifford [20] gehalten, dem entwickler der Programmiersprachen SPL und WebSPL [21]. Dabei hat er uns seine Sprache vorgestellt, erklärt, warum er diese Sprache geschrieben hat, wie die Sprache aufgebaut ist, wo man sie einsetzten sollte, und wo es vielleicht doch nicht so sinnvoll ist. Der großteil des Vortrages beschäftigte sich dann mit der Syntax der Sprache. Abgeschlossen wurde der Vortrag dann mit einem WebSPL Beispiel, bei dem wir uns angeguckt haben, wie der Quelltext dazu aussieht.

Besonders interessant an der Sprache find ich den Ansatz, dass alle Variablen, Funktionen, Klassen, Objekte, etc. "Nodes" sind [die Sprache somit Typenlos ist], und das ganze in einer Art Baum gespeichert wird, von der alles Ausgeht [einen Ansatz den ich so von noch keiner Programmiersprache kenne]. Schön fand ich auch, dass es die Möglichkeit gibt, verschiedene Programmierstile anzuwenden [imperative Programmierung, objektorientierte Programmierung, etc.]. Auch interessant fand ich die Tatsache, dass es sich bei der Sprache um eine Sprache mit einer "Virtual Machine" handelt [also ähnlich wie bei Java eine Art Bytecode erstellt wird, und der Quelltext nicht kompiliert wird] es aber dennoch auch möglich macht, verschiedene andere Programmiersprachen einzubetten [wie z.B. Assembler].

Ziel der Sprache ist es, eine Alternative für S-Lang-Bibliotheken, sowie für die Programmiersprachen Java und die .NET Sprachen für den Bereich Web-Applikationen zu schafen. Alles in allem denke ich durchaus eine Sprache, die gerade im Webbereich potential hat und bei der es sich lohnt sie einmal anzuschauen. Die Folien zu seinem Vortrag [im PDF-Format] findet man übrigens hier [22].

Diet-Linux [13:00 - 15:00 Uhr]

Bernd Wachter stellte in diesem Vortrag sein Projekt vor, Diet-Linux. Dabei handelt es sich um eine Linuxdistribution, welches aus den dietlibc Bibliotheken, den Linux Kernel 2.6.x, minit und embutils besteht und somit um einiges kleiner ist, als die Standarddistributionen. Das ganze Projekt ist allerdings noch immer in der Arbeit, die aktuelle Version ist das 0.2-release. Da das ganze noch ein Ein-Mann-Projekt ist, bat Bernd Wachter in dem Vortrag auch nochmal um Unterstützung und Hilfe. Das Projekt findet ihr hier [23].

Abschluss- Veranstaltung [15:00 - 18:00 Uhr]

Damit waren die vier Tage auch schon wieder vorüber. Alles in allem war es wirklich sehr informativ und sehr schön, und es wirklich schade, dass die vier Tage schon um waren. Ähnlich wie ich haben auch viele andern gedacht, und scherzhaft wurde angedacht, die Veranstaltung das nächste mal eine Woche lang laufen zu lassen. Auf der Abschlussveranstaltung wurde nochmal ein Rückblick auf die vier Tage gegeben, was alles geklappt hat und was nicht, und es wurde nach Kritik und Verbesserungsvorschlägen gefragt - bis auf das einer Referentin viel zu spät gesagt wurde, dass sie einen Vortrag übernehmen sollte, gab es aber niemanden, der sich beschwerte - ansonsten lief alles klasse. Dann wurde, wie es auf den Easterheggs tradition ist, bekanntgegeben, wo der Easterhegg 2006 stattfinden soll [der Easterhegg findet jedes zweite mal in einer anderen Stadt als Hamburg statt]. Bremen und Wien hatten sich als nächsten Austragungsort beworben und die Verantwortlichen haben sich für Wien entschieden.

Schlusswort

Auch wenn es 2006 sehr weit weg ist, werde ich versuchen, auch das nächste mal wieder dabei zu sein, da es eine tolle Veranstalltung war, die sich mehr als gelohnt hat und deren einziger Nachteil es war, dass sie so schnell zu Ende gegangen ist.

An dieser stelle möchte ich mich auch nochmal bei allen Organisatoren sowie auch bei allen Referenten für die schöne und informative Zeit bedanken sowie für das ehrenamtliche Angagement, dass alle an den Tag gelegt hatten und ohne dem der Easterhegg garnicht möglich gewesen wäre. DANKE!

Referenzen [Externe Links]

[1] https://easterhegg2005.hamburg.ccc.de/
[2] https://www.ccc.de/
[3] https://www.chaosdorf.de/~pylon/
[4] http://www.echonyc.com/~steven/
[5] https://www.ccc.de/hackerethics?language=de
[6] https://www.ccc.de/hackerethics?language=en
[7] http://dict.leo.org/?lp=ende&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed&relink=on&sectHdr=on&spellToler=std&search=authority
[8] http://www.projekt-p.de/
[9] http://www.cs.bell-labs.com/who/ken/
[10] http://www.cs.bell-labs.com/who/dmr/
[11] http://bwachter.lart.info
[12] http://bwachter.lart.info/public/talks/unix_history_eh2005.pdf
[13] http://www.hhlug.de/
[14] http://www.kopfermann.org
[15] http://www.plenz.com
[16] http://www.biometrische-systeme.org
[17] ftp://ftp.ccc.de/pub/video/Fingerabdruck_Hack/fingerabdruck.mpg
[18] http://www.gentoo.org/proj/en/releng/catalyst/index.xml
[19] http://dev.gentoo.org/~pylon/
[20] http://www.clifford.at
[21] http://www.clifford.at/spl/
[22] http://www.clifford.at/papers/2005/spl/slides.pdf
[23] http://bwachter.lart.info/projects/dietlinux/

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